Bliesen. Nach sieben Wochen ohne Wettkampf stehen die Bliesener Volleyballer diesen Samstag vor ihrem nächsten Match in der 2. Bundesliga Süd. Zu Gast im St. Wendeler Sportzentrum ist dann der TSV Mühldorf, einer Kreisstadt in Oberbayern. Ab 17 Uhr gibt es die Partie, die erneut als Geisterspiel stattfindet, im Live-Stream auf www.tvbliesen-volleyball.de zu sehen.

Erneute Verlegungen wegen hoher Inzidenzen

Zuletzt spielte sich das Geschehen aber fast mehr neben dem Spielfeld statt. Vor Weihnachten gab es aufgrund eines Beschlusses des Ligavorstands eine Pause, die sowohl den letzten Spieltag im alten Jahr als auch den ersten im neuen Jahr nach hinten schieben sollte. Das ausgefallene Spiel in Gotha wollten die Verantwortlichen am vergangenen Wochenende stattfinden lassen.

Doch der hohe Inzidenzwert – sowohl in Gotha als auch in Leipzig – sorgten für einen erneuten Aufschub der Spiele. Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 200 oder mehr können Vereine Spiele entsprechend verlegen. „Da haben wir eine Verantwortung gegenüber unserer Mannschaft, die dann nicht nur in einer isolierten Halle spielen soll, sondern auch Reise, Übernachtung und ähnliche Logistik auf sich nehmen muss“, so Bliesens sportlicher Leiter Gerd Rauch. Trotz der Testungen seien im Umfeld der 2. Liga zahlreiche Infektionen aufgetreten. „Die Testung trägt zwar ihren Teil bei. Aber der Rückblick zeigt, dass es zahlreiche Infektionen bei Zweitligisten nicht verhindern konnte“, so der Manager mit Verweis auf einige Corona-Ausbrüche bei anderen Teams. Bis dato blieb man im Bliesener Lage von diesem Szenario verschont. Doch auch da machen sich die Bliesener keine Illusionen: „Das kann uns genau so treffen“.

Spielbetrieb „kein Privileg sondern Belastung“

Zu Beginn des neuen Jahres gelang zumindest der reibungslose Trainingsauftakt, bei dem alle Spieler und Trainer nach negativer Testung die gemeinsame Aktivität wieder aufnehmen konnten. Dass Bliesen nach wie vor aufgrund der Zuordnung zum Profisport vermeintliche Privilegien genießt, wird dabei zum Dilemma. „Wenn man sieht, was um uns herum passiert, dann haben wir da – abgesehen von der organisatorischen und mentalen Belastung – nur noch ein schlechtes Gewissen“, so Rauch. Und er bestätigt, dass „wir das überhaupt nicht als Privileg empfinden“. Das Ganze sei vielmehr eine Belastung. Aktuell würde man versuchen, sowohl der Verantwortung des Spielbetriebs aber auch der Gesundheit von Mannschaft und Trainerstab gerecht zu werden. „Dass man für die Verlegung von Spielen bei hoher Inzidenz dann noch Kritik erntet, macht die Sache nur noch kurioser“, erläutert der langjährige Funktionär. Kurios sei auch das Verhältnis zum Rest der Gesellschaft: „Am Spieltag dürfen die Beteiligten mehr Personen treffen als an Weihnachten“, skizziert Rauch trocken.

Mühsam gegen Mühldorf

Sportlich muss Bliesen seit Beginn des Jahres auf die Abgänge Philipp Sigmund (Zuspiel) und Johannes Klotz (Libero) reagieren. Und nach der langen Spielpause wird man sehen, wie mühsam sich die Partie gegen den TSV Mühldorf gestalten wird. Als Ersatz im Zuspiel freut man sich über die Rückkehr des 25-jährigen Lukas Scholtes, der sich zur Winterpause nach über zwei Jahren im Rhein-Main-Gebiet dem TVB wieder angeschlossen hat. Mit Maurice van Landeghem, der zwischen Luxemburg und dem Saarland pendelt, steht ein weiterer Akteur in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung. „Er steht vor wichtigen Prüfungen und will das nicht durch Quarantäne oder ähnliches gefährden“, erläutert Rauch. Der Verein habe dafür vollstes Verständnis. „Wir sind eben nicht die besagten Profis“.

2. Volleyball Bundesliga
TV Bliesen vs. TSV Mühldorf
23. Januar 2021
Spielbeginn: 17 Uhr
Live-Stream und Ergebnis-Ticker unter www.tvbliesen-volleyball.de