Bliesen. Ein echter Globetrotter für Bliesen: Der 23-jährige Philip Freere wird in der kommenden Saison das Trikot des Volleyball-Zweitligisten aus dem St. Wendeler Land tragen. Der gebürtige Australier hat in den letzten Jahren in mehreren Ländern gespielt und war zuletzt auf den Färöer Inseln aktiv. Für die neue Spielzeit soll nun das Saarland seine Heimat werden. „Phil ist ein offenherziger Typ und komplett volleyball-verrückt“, erzählt Bliesen Teammanager Matthias Pons. Kontakt zu Freere, der unter anderem mit Bliesens ehemaligem Zuspieler Ryan Kenny befreundet ist, hatte es in den letzten Jahren schon häufiger gegeben. „Nun will er sich in einer starken und ausgeglichenen Liga in Deutschland beweisen“, so Pons über den Neuzugang, der auf den Färöer Inseln als Spielertrainer die dortige Meisterschaft und den Pokal gewinnen konnte.

„Das war eine unglaubliche Erfahrung“, so der Angreifer über seine Zeit auf der zur dänischen Krone gehörenden Inselgruppe. „Nur das Wetter war nicht so toll“, lacht er. Mit seinem Engagement verhalf er „Mjølnir“, dem dortigen Club, zum erstmaligen Gewinn des Doubles, also Meisterschaft und Pokal. „Diese Entwicklung für den Verein mitzuprägen hat mir viel bedeutet“, erzählt der 190 Zentimeter große Annahmespieler. Zwar genießt Volleyball in dem kleinen Inselstaat keine exponierte Stellung, „aber ich konnte dazu beitragen, dass die Sportart in dem Land etwas vorankommt“. Als Spielertrainer kümmerte er sich quasi im Alleingang um sämtliche Belange, entwarf Trikots, leitete Trainings, führte Statistiken – und arbeitete zudem am Neubau einer Schule mit. Eine Situation, die eher einen Kontrast zu seinen bisherigen Stationen in professionelleren Ligen darstellte.

Denn zunächst verschlug es ihn aus „Down Under“ nach Middelfart in Dänemark, wo er unter dem deutschen Trainer Thomas Kröger spielte. Danach war er als Nachwuchsakteur beim französischen Erstligisten Paris Volley unter Vertrag, wo er als jüngster Spieler zwar kaum Einsatzzeiten bekam, jedoch auf höchstem Niveau unterwegs war. „Wir haben sogar in der Champions League gegen Superstars wie Matt Anderson und Wilfredo Leon gespielt“, erzählt Freere. Doch um mehr Spielanteile zu bekommen entschied er sich zu einem eher ungewöhnlichen Wechsel – und ging anschließend nach Israel. Beim Erstliga-Aufsteiger „Eilaboun Volleyball Club“ überzeugte er unter anderem von der Aufschlaglinie und führte die Ligawertung an. Ursprüngliches Ziel des Vereins sei der Klassenerhalt gewesen, „doch wir haben es aber sogar in die Playoffs geschafft“, erläutert er.

Neben dem Volleyball pflegt er vor allem eine Sache, die ihn in alle Länder begleitet – und zwar seine Leidenschaft zu Kaffee. Denn egal ob Maschinen, Bohnen oder die Art der Zubereitung – der Australier ist neben dem Spielfeld als Barista unterwegs und legt dabei großen Wert auf Qualität. Darüber hinaus arbeitet er als Grafikdesigner und beschäftigt sich mit Fotografie. Und so war es natürlich selbstverständlich, dass in seinem Reisegepäck sowohl für seine Espressomaschine als auch für die Kamera Platz sein musste. Denn seinen Sommer verbringt er bereits in Deutschland und hat auch schon eine Probewoche mit dem TV Bliesen absolviert. „Bisher jetzt ist alles noch sehr neu, aber ich bin zuversichtlich“, resümiert er die ersten Einheiten mit dem Team um Trainer Burkhard Disch. „Ich denke, dass wir im Aufschlag und im Angriff ganz gut aufgestellt sind“, so Freere und gibt zu verstehen, dass er „mit Leistung dazu beitragen will, dass alle auf ihrem Top-Niveau agieren können“. Und so darf man in Bliesen gespannt sein, wohin der Weg des Globetrotters aus Melbourne mit dem saarländischen Dorf führen wird.

Steckbrief | Philip Freere
Jahrgang: 1996
Größe: 190 cm
Position: Aussenangriff
Nationalität: Australien / Vereinigtes Königreich
Beruf: Grafikdesigner, Barista
Bisherige Stationen: Mjølnir Volleyball Club (Färöer Inseln), Team Freedom (USA), Eilaboum Volleyball Club (Israel), Paris Volley (Frankreich), Nelson Pines (Neuseeland), Middelfart Volleyball Club (Dänemark), Yarra Ranges Volleyball Club (Australien), GMVA (Australien)

Foto: privat